Pressekritik Darmstadt - Eberstadt
Darmstädter Echo - 06.10.2009

Melibokus-Rundblick Oktober 2009

Pressekritik Bad Nauheim 2008

![]() |
| Ein stimmungsvolles Gitarrensolo bot Anke Sieper im Konzert des Hessischen Zupforchesters unter der Leitung von Oliver Kälberer (links). Bild: Löchel |
Giessener Anzeiger 09.10.2007
Klang-Ausflüge nach Asien und Indien
Hessisches Zupforchester brillierte im Alten Schloss
Rezension Konzert JZOH und HZO
am 9.10.2005 in Rodgau/Dudenhofen
Jahreskonzert 2005 der Hessischen Zupforchester
Ein Bericht von Thomas Bittermann
Als Jahreskonzert kann man die traditionellen Herbstkonzerte bezeichnen, weil sie die Arbeit einer solchen Periode sowohl exemplarisch wie auch dokumentarisch kennzeichnen. Exemplarisch durch die momentane Qualität von Programmen und Spielleistungen, dokumentarisch als Schwerpunkt in der Historie des HZO und seines jungen Zweiges JZOH, der zu diesem Termin ein Jubiläum von 25 Jahren Existenz vorweisen konnte.
Bei einem Durchschnittsalter von 14 Jahren zeigt sich genau hier die Problematik des jungen Klangkörpers: die Fluktuationen lassen das Feiern des Jubiläums eigentlich gar nicht zu, da die älteren Jungen bereits zu den jungen Älteren gehören und diesmal wieder viele neue, erfreulicherweise auch sehr junge Spielerinnen und Spieler dabeiwaren, für die "25 Jahre" unvorstellbar weit weg liegt!
Bleibt an die Leiterin Sabine Geis zu denken, die aus dieser Sachlage immer das Beste an Motivation und Leistung herausholen muß: nach dem großen Erfolg der vorherigen Besetzung (u.a. Konzert beim Landesmusikfest 2000 Darmstadt, CD "La Luna", Aufführung eines Musicals) hatte sie nur dieses Jahr mit fünf Probenphasen zur Verfügung, um die erste Konzerthälfte zu bestreiten.
Genau andersherum ist es beim HZO, bei dem zahlreiche Orchestermitglieder schon seit sehr vielen Jahren dabei sind, die eine aus der Personalnot geborene Periodenphase verschiedener Dirigenten erleben konnten. Denn nach den jeweils 12 Jahren der prägenden Persönlichkeiten (vielleicht ist hier das Wort "Urgestein" nicht falsch) Fred Witt und Keith Harris entschied sich das HZO für die Konzeption der Leitungsphasen, die Stefan Schmitt, Elke Tober-Vogt und Prof. Hartmut Klug jeweils für ein bis zwei Jahre übernahmen.
Dies war ein sehr geglücktes Vorgehen, denn alle diese Leiter bereicherten das HZO außerordentlich mit ihren Erfahrungen, Vorlieben und Qualitäten, sind sie nicht zuletzt ebenfalls "Urgesteine" in der Zupfmusik!
Eine leichte Verjüngung trat vor drei Jahren mit der Verpflichtung von Oliver Kälberer ein: der erfahrene und weit gereiste Musiker (Instrumentalist, Dirigent und Komponist) hat dem Orchester spürbar neue Impulse gegeben und könnte meiner Meinung nach auch einen prägenden Stempel erreichen, wenn er nicht bei kurzen Projektphasen bleiben, sondern länger mit dem Orchester zusammenarbeiten würde (was hoffentlich angedacht ist). Die Mischung aus freundschaftlichem Kontakt, Autorität, Freude an der Arbeit, Leistungsforderung, eigenes Leistungsgeben, Spaß und musikalischer Qualität passte hier einfach überall und war im Kontakt zwischen Dirigent und Orchester zu hören und zu sehen.
Als Rezensent darf ich hier sagen, daß ich das HZO (und JZOH) vielleicht alle zwei Jahre einmal höre und nur etwa fünf Mitglieder mit Namen kenne, also keineswegs ihren Weg ständig begleite: hier hört man aber aus der Erinnerung, die sehr tief ist, da ich über diese Konzerte jeweils auch schreibe, Entwicklungen durch den zeitlichen Abstand sehr viel deutlicher: Wenn ich sage, daß ich das HZO bei diesem Konzert noch nie so gut gehört habe, drückt dies erstmal meine Empfindung aus und schmälert in keiner Weise die vorangegangene Arbeit anderer Dirigenten, sondern stellt sie im Gegenteil nur positiv und respektvoll in diesen Prozeß der Weiterentwicklung!
Damit vom Dokumentarischen zum Exemplarischen: Das Programm der beiden Orchester schaffte es tatsächlich, den vollbesetzten, akustisch dankbaren und schönen Saal des Bürgerhauses Rodgau/Dudenhofen, soll heißen, das sehr vielfältige Publikum, zu erreichen: stilistisch über alle Epochen gehend, dadurch viel Abwechslung, Unterhaltung, Leichtigkeit und Tiefe.
Dies entspricht genau dem Wesen der Zupfinstrumente, die, was Originalwerke betrifft, neben der immer wieder erfolgreichen Einbeziehung in die große Kunstmusik der gehobenen Gesellschaft doch in erster Linie den Hauptkontakt zur einfachen populären und gehobenen folkloristischen Musik besaßen. Dabei ergänzten sich JZOH und HZO sehr geschickt mit den Programmpunkten: Renaissance, Charakterstücke von Bartok und Bossa, Tango, sowie Traditionals gehörten dem jungen Orchester, die ihren Part mit ihrer Leiterin Sabine Geis hochkonzentriert, sauber im Zusammenspiel und organisch fließend in der Phrasierung darboten, überraschend für alle nach so kurzer Probenzeit der neuen Zusammensetzung! Die große Erfahrung und das Geschick im Umgang mit der jungen Formation seitens Sabine Geis war sicher für diesen Erfolg ausschlaggebend; die Bedeutung ihrer Arbeit kann für die Zukunft des HZO nicht hoch genug eingeschätzt werden!
Einen Übergang zum großen Orchester bildete noch ein Ensemble des JZOH, das Richard Rudolf Kleins 'Heitere Epigramme' nach Goethe zum schmunzelnd aufgenommenen Höhepunkt des ersten Teils machte.
Das HZO sorgte dann für stilistische Schwerpunkte durchaus mit Gang an einige Grenzen: Wagnis war z.B. die Einrichtung von Präludium und Fuge b-moll aus dem WK I von Johann Sebastian Bach. Das Präludium zähle nicht nur ich zu den ergreifensten Sätzen, die Bach geschrieben hat, die fünfstimmige Fuge zieht sehr viele kontrapunktische Register der Bach'schen Satztechnik. Daß die Klarheit der Fuge durch Artikulationen der Zupfinstrumente nicht leidet, sondern unterstützt wird, lag eher auf der Hand; daß das Präludium in seinen langsam pulsierenden Tonwiederholungen und schmerzhaften Harmonien auch überzeugend klingt, war dagegen überraschend und ein Beweis für das kantable Spiel des Orchesters, das später noch das lyrische 'An der Wiege' von Grieg ebenso intensiv auslotete. Beide Werke wurden übrigens vom Dirigenten bestens für diesen Klangkörper eingerichtet. Ebenfalls, aber auf andere Weise an die Grenzen ging Ugo Bottacchiaris 'Preludio Sinfonico', welches große Bögen romantischer Musik mit Anklängen an Opernarien, Sinfonien und Kammermusik der großen Meister spannte: hier kam auch das Tremolo satt auf seine Kosten.
Oliver Kälberer gelang es, die Spannungen und Gefühle dieser 'großartigen' Musik zum Klingen zu bringen mit einem Orchester, das selbstbewußt spielte und das Ausdrucksgefühl mittrug, gestisch besonders stark gestaltet durch die Konzertmeisterin Stefanie Rauch.
Als Komponist trat Oliver Kälberer zudem mit 'Times of Struggle' in Erscheinung: Als modernes Werk in Rhythmus und Tonsprache setzt sich die Musik auseinander mit dem immer wiederkehrenden Aufbau und Entladen von Spannungen als Notwendigkeit in einem Universum, welches dies unabdingbar macht. Hier wurde das Orchester mit erheblichem Schwierigkeitsgrad konfrontiert, dem es gerecht wurde und durch eine Einheit mit dem souveränen Dirigat auch musikalisch überzeugen konnte.
Moritz Weissinger und Thomas Sauerborn waren hier als Gäste am Schlagwerk wie auch bei der Tanzsuite Kubotas, dem Ausklinger eines vielseitigen Programms: Ein wenig Spanisch, ein wenig Yesterday- und Rockanklänge sorgten für eine Stimmung, die ein Konzert in guter Laune zu beenden versteht.
Zurück zum Dokumentarischen: Daß der Bürgermeister des Ortes Rodgau sich die Zeit nimmt, dem Konzert beizuwohnen, ist sicher nicht selbstverständlich! Ebenso eine Bezeugung des Respektes war die Anwesenheit des Präsidenten des BDZ, Rüdiger Grambow, der noch eine überraschende Ehrung für eine der wichtigsten Persönlichkeiten des HZO und BDZ vornahm (darüber wird in Concertino an anderer Stelle berichtet) und schließlich war es mehr als erfreulich, daß Frau Regierungsdirektorin Jutta Mehrfeld vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst ebenfalls anwesend war! An diesem schönen Herbsttag haben die hessischen Zupforchester richtig Punkte gesammelt!
Thomas Bittermann
Bericht zum Konzert 12-10-2003 in Kassel-Nordshausen aus der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung

Bericht zum Wettbewerb in Alsfeld 2002

Bericht aus der Zeitung Freies Wort vom 16-10-01 zum Konzert in Schnett
Hessisches Zupforchester zu Gast
Das Lied des Postillions erklang im Konzert
Schnett – Ein nicht alltägliches Konzert gab
es am Freitag Abend im Schnetter Hotel „Frankenblick“, als hier das
Hessische Zupforchester (HZO) aus Wuppertal unter Leitung von Prof. Hartmut Klug
gastierte. Es gebe immer wieder Leute, die überrascht seien, welche Dynamik ein
solches Zupforchester zustande bringt, hob Prof. Klug in seinen
Begrüßungsworten hervor.
Nun ist das Hessische Zupforchester nicht irgendein Zupforchester, sondern es
setzt sich aus den Spitzenspielern aus Hessen zusammen.
Etwa sechs mal im Jahr kommen diese Musiker
zusammen, führen ein Probenwochenende durch und versuchen möglichst gut zu
musizieren, um, wie Prof. Klug unterstrich, diese Qualität wieder ausstrahlen
zu lassen. Schließlich sei dies ja überhaupt der Sinn eines Landesorchesters.
Gegründet wurde das Hessische Landesorchester im Jahre 1969, damals übrigens
das erste Landesverbandsorchester unter dem Dach des Bundes Deutscher
Zupfmusiker (BDZ).
Wie Gisela Schmidt , Organisatorische Leiterin und selbst Musikerin im Orchester, erzählte, gehören zurzeit 30 Musiker aus ganz Hessen und darüber hinaus dem HZO an. Sie sind entweder Mitglieder eines der etwa 32 dem Landesverband Hessen angeschlossenen Zupforchester oder professionelle Zupfmusiker, die als Einzelmitglied dem Bund Deutscher Zupfmusiker angehören.Nach Schnett gekommen waren 20 Musiker, die eine etwa 100-jährige Tradition musikalisch gestalteten, denn seitdem gibt es Zupforchester in dieser Form. Vorher gab es Mandoline und Gitarre (zu einem klassischen Zupforchester gehören dann noch die Mandola und der Kontrabass) nur als Soloinstrumente. Zunächst wurde vorrangig klassische Musik gespielt, aber gerade mit der Wanderbewegung in den 20er Jahren erlebte diese Form der Musik einen neuen Aufschwung, zumal die Instrumente ja relativ leicht erlernbar sind, wie Gisela Schmidt bemerkte. Inzwischen gibt es Musikstücke speziell für ein Zupforchester komponiert, volkstümliche Stücke, aber auch Bearbeitungen zum Beispiel von Bach und Telemann.
Wie von den Gästen aus Hessen hervorgehoben wurde, haben in den mehr als 30 Jahren seit der Gründung ihres HZO zahlreiche Zupfmusiker und - musikerinnen das Angebot genutzt, sich über den Stand der Zupfmusik zu informieren, alte Traditionen weiter zu pflegen und unter qualifizierter Anleitung das spielerische Können zu erweitern. Diese Erfahrungen werden in die Heimatorchester eingebracht.
Durch Teilnahme an Musikfesten im In-und Ausland, Portrait-Konzerte für zeitgenössische Komponisten, Produktionen von CDs und natürlich durch eigene Konzerte hat sich das HZO einen festen Platz in der Hessischen Kulturlandschaft erobert. Dass die Mitglieder des HZO gerade nach Schnett gekommen sind, hängt unter anderem auch damit zusammen, dass die Sonnebergerin Maren Bernschneider, die in Frankfurt/M. studierte, Mitglied des Orchesters ist. Samstag Abend fand deshalb auch noch ein Konzert des HZO in Sonnberg statt.
Vor allem gefalle es ihr aber hier in der Gegend, betonte Gisela Schmidt und deshalb wollte sie auch einmal mit ihrem Orchester hierher kommen. Eröffnet wurde das Konzert mit einem Musikstück des Komponisten Antonius Streichardt, der in Schnett selbst zugegen war. Es folgten unter anderem Bearbeitungen von Telemann , Johann Sebastian Bach und Frederic Chopin.
Dirigent Prof. Klug führte auch durchs Programm und machte Anmerkungen zu den Musikstücken. Herzlicher Beifall der etwa 35 Besucher dankte für ein besonderes und genussvolles Musikerlebnis.